{"id":778,"date":"2017-04-05T15:13:50","date_gmt":"2017-04-05T13:13:50","guid":{"rendered":"http:\/\/travel.googlehupf.at\/?p=778"},"modified":"2018-07-25T20:24:00","modified_gmt":"2018-07-25T18:24:00","slug":"xinbeitou-und-national-palace-museum-des-kaisers-reisefuehrer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/travel.googlehupf.at\/?p=778","title":{"rendered":"Xinbeitou und National Palace Museum: Des Kaisers Reisef\u00fchrer"},"content":{"rendered":"<p>Es ist an der Zeit den Blick ein wenig in die Vergangenheit Taiwans zu werfen. Zwar gibt es da noch bessere Orte als Xinbeitou und das National Palace Museum, beide behandeln jedoch zwei besondere Aspekte der taiwanesischen Geschichte: Die japanische Besatzung und die Kunstgeschichte.<\/p>\n<p>Xinbeitou wird fast \u00fcberall als eines der wichtigsten Ausflugsziele aus Taipei behandelt und hoch gelobt. Es sei vorweg genommen, dass ein Besuch nur im Zuge eines Zwischenstopps oder eines l\u00e4ngeren Badeaufenthalts wirklich Sinn macht. Alles was sich au\u00dferhalb von Xinbeitous Onsen (Thermalb\u00e4der) abspielt, ist schnell gesehen und zeugt vor allem von vergangener Glorie.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/travel.googlehupf.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/badehaus_DSC_3176.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-large wp-image-1275\" src=\"http:\/\/travel.googlehupf.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/badehaus_DSC_3176-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"848\" height=\"566\" srcset=\"https:\/\/travel.googlehupf.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/badehaus_DSC_3176-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/travel.googlehupf.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/badehaus_DSC_3176-300x200.jpg 300w, https:\/\/travel.googlehupf.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/badehaus_DSC_3176-768x512.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 848px) 100vw, 848px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Taiwan galt lange Zeit\u00a0als Piratennest. Und schon im 16. Jahrhundert gab es einen m\u00e4chtigen Flottenf\u00fchrer, der seine St\u00fctzpunkte am chinesischen Festland aufgeben und vor den Ming nach Taiwan fl\u00fcchten musste. Von dort aus schwor er sich, das chinesische Reich wieder einzunehmen &#8211; Chiang Kai Shek war also nicht der erste mit diesem zum Scheitern verurteilten Plan.<\/p>\n<p>Auch den Ostindien Kompanien von Niederlande und Frankreich lag viel daran einen Handelsst\u00fctzpunkt auf Taiwan als Zwischenstation von Japan nach Europa zu errichten. Dass dabei die \u00fcber 40 heute nachgewiesenen oder noch existenten heimischen St\u00e4mme immer wieder draufzahlen mussten, liegt auf der Hand.<\/p>\n<p>Die taiwanesische Geschichte erz\u00e4hlt von einer Massenhinrichtung nach der anderen. Zuerst waren es die Kolonialm\u00e4chte und die chinesischen Herren, die ihre Vorstellungen durchsetzten. Und 1836 wurden schlie\u00dflich auch die Japaner erstmals der strategisch g\u00fcnstigen Lage Taiwans gewahr. Im folgenden Krieg zwischen Japan und China musste die Insel an Japan abgetreten werden, was dem Volk keine Befreiung sondern eine weitere Zwangsassimilation brachte.<\/p>\n<p>In diesen Zeitraum f\u00e4llt auch die Entstehung von Beitou bzw. Xinbeitou. In der Gegend wurden Schwefel abgebaut und die dazu geh\u00f6rigen hei\u00dfen Quellen gefunden, wodurch sie Stadt schnell zu einem Naherholungsort nach japanischem Vorbild wurde. Fu\u00dfb\u00e4der mit warmem Quellwasser, \u00f6ffentliche Freiluftb\u00e4der und unz\u00e4hlige Hotels mit privaten Onsen zieren das Stadtbild. Was jedoch in Orten wie Beppu aus einem ausgedehnten Netz an farbigen Seen und malerischen Pavillons besteht, beginnt und endet hier in einem kleinen Stadtpark. Viele der Hotels rundherum wirken heruntergekommen, ein Gro\u00dfteil der wenigen Sehensw\u00fcrdigkeiten\u00a0ist geschlossen. Fast wirkt es so als w\u00e4re man sich hier nicht sicher, ob man das Zeugnis der japanischen Herrschaft als Kulturdenkmal und Badeort erhalten oder doch lieber ver\u00e4ndern sollte.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/travel.googlehupf.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/xinbeitou_DSC_3165.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-large wp-image-1284\" src=\"http:\/\/travel.googlehupf.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/xinbeitou_DSC_3165-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"848\" height=\"566\" srcset=\"https:\/\/travel.googlehupf.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/xinbeitou_DSC_3165-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/travel.googlehupf.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/xinbeitou_DSC_3165-300x200.jpg 300w, https:\/\/travel.googlehupf.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/xinbeitou_DSC_3165-768x512.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 848px) 100vw, 848px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Von Xinbeitou sind es ca. 40 min zur\u00fcck bis zum National Palace Museum. Dieses ist wieder an die Geschichte von Chiang Kai Shek gekn\u00fcpft, der nach dem Ende des zweiten Weltkriegs vorsorglich eine Menge Geld und Kunstsch\u00e4tze aus China nach Taiwan bringen lie\u00df, um sie dort bis zum endg\u00fcltigen Sieg der Kuomintang in einem vereinten chinesischen Staat zwischenzulagern. Dieses Ziel hat sich nie umsetzen lassen, wurde aber bis in die 90er hartn\u00e4ckig verfolgt, weshalb es auch nicht verwunderlich ist, dass man erst in den 60ern begann die Kunstsch\u00e4tze in einem provisorischen Museum der \u00d6ffentlichkeit zu pr\u00e4sentieren. Heute ist das National Palace Museum einem Tempel nachempfunden und alles andere als provisorisch.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/travel.googlehupf.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/palacemuseum_DSC_3180.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-large wp-image-1278\" src=\"http:\/\/travel.googlehupf.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/palacemuseum_DSC_3180-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"848\" height=\"566\" srcset=\"https:\/\/travel.googlehupf.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/palacemuseum_DSC_3180-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/travel.googlehupf.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/palacemuseum_DSC_3180-300x200.jpg 300w, https:\/\/travel.googlehupf.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/palacemuseum_DSC_3180-768x512.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 848px) 100vw, 848px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Auf mehreren Ebenen werden Ausstellungen zu Themen wie buddhistische Skulpturen, Bronze, Jade, Keramik oder Malerei und Kaligraphie gezeigt. Kurios ist dabei vor allem, dass das Museum streng genommen die chinesische und nicht die taiwanesische Geschichte erz\u00e4hlt und komplement\u00e4re Kunstsch\u00e4tze des eigenen Landes vollig fehlen.<\/p>\n<p>Einige Highlights sind die Bronzebeh\u00e4ltnisse, die von einem ausgepr\u00e4gten Ahnenkult der fr\u00fchzeitlichen Chinesen erz\u00e4hlen (ab ca. 13. Jh.v.Chr.), die Malereien die Zeugnis \u00fcber Reisef\u00fchrer aus dem 16.Jh.n.Chr. ablegen, und die Jadefiguren von Kohl und Pak Choi, denen ein tiefer philosophischer Sinn innewohnt (17. Jh.n.Chr.).<\/p>\n<p>Hier ein \u00dcberblick \u00fcber ein paar spannende Exponate:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/travel.googlehupf.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/dipperkick_DSC_3203.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-large wp-image-1288\" src=\"http:\/\/travel.googlehupf.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/dipperkick_DSC_3203-683x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"683\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/travel.googlehupf.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/dipperkick_DSC_3203-683x1024.jpg 683w, https:\/\/travel.googlehupf.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/dipperkick_DSC_3203-200x300.jpg 200w, https:\/\/travel.googlehupf.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/dipperkick_DSC_3203-768x1152.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das Gef\u00e4\u00df zeigt eine beliebte chinesische W\u00e4chterfigur. Der Legende nach handelte es sich dabei um einen besonders weisen Mann, der es aufgrund seiner ausgesprochenen H\u00e4sslichkeit nie schaffte die Pr\u00fcfungen zum Beamtenstatus zu bestehen. Tieftraurig \u00fcber sein Versagen st\u00fcrzte er sich ins Meer, nur um von einem Fischdrachen gerettet zu werden. Dieser verlieh ihm auch gleich \u00fcbernat\u00fcrliche F\u00e4higkeiten und machte ihn zum Aufseher \u00fcber alle staatlichen Beamtenpr\u00fcfungen. Die Insignien, die er tr\u00e4gt und seine K\u00f6rperhaltung (&#8222;Dipper Kick&#8220;) symbolisieren seinen hohen Status und den Umstand Erster und Bester zu sein.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/travel.googlehupf.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/bronzekessel_DSC_3234.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-large wp-image-1277\" src=\"http:\/\/travel.googlehupf.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/bronzekessel_DSC_3234-683x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"683\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/travel.googlehupf.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/bronzekessel_DSC_3234-683x1024.jpg 683w, https:\/\/travel.googlehupf.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/bronzekessel_DSC_3234-200x300.jpg 200w, https:\/\/travel.googlehupf.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/bronzekessel_DSC_3234-768x1152.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der bronzene Kessel geh\u00f6rte zu einer Spende, die Herzog\u00a0Mao machte, als er im 13. Jh.v.Chr. von seinem F\u00fcrsten zur zweitm\u00e4chtigsten Person des Reiches gemacht wurde, um endlich Ordnung und Frieden in das Land zu bringen. Herausragend ist dabei nicht etwa der Bronzekessel an sich, sondern die Inschriften im Inneren des Kessels. Dabei handelt es sich n\u00e4mlich um die l\u00e4ngste Ansammlung an Zeichen in einem Bronzegegenstand, die je gefunden wurde und die recht detailliert Aufschluss \u00fcber den Umstand seiner Schenkung und die Situation von China zu dieser Zeit gibt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/travel.googlehupf.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/sightseeing_DSC_3227.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-large wp-image-1280\" src=\"http:\/\/travel.googlehupf.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/sightseeing_DSC_3227-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"848\" height=\"566\" srcset=\"https:\/\/travel.googlehupf.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/sightseeing_DSC_3227-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/travel.googlehupf.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/sightseeing_DSC_3227-300x200.jpg 300w, https:\/\/travel.googlehupf.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/sightseeing_DSC_3227-768x512.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 848px) 100vw, 848px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Gem\u00e4lde zeigen immer wieder \u00e4hnliche Ansichten des selben Sees oder Gebirges. Sie hatten mehrere Funktionen: Kaiser Quintiang wollte den S\u00fcden seines Reiches bereisen. Zu diesem Zweck wurden ihm von offiziellen Gesandten, wie auch Privatpersonen vorab Gem\u00e4lde geschickt, die einerseits seinem Kunstgeschmack gef\u00e4llig sein sollten und andererseits \u00fcber das Reiseziel Aufschluss geben sollten. In einigen der Bilder sind daher auch wirklich Sehensw\u00fcrdigkeiten entsprechend beschriftet (und aufgebauscht). Zus\u00e4tzlich wurden Zeiten und Abl\u00e4ufe der Reise \u00fcber diese Schriftrollen penibel festgelegt. Der Kaiser wiederum behielt sich vor, die Gem\u00e4lde nach seinem Gutd\u00fcnken mit Gedichten, Briefen oder Anmerkungen zu versehen. Diese Schriften sollten seine Vorfreude oder seinen Gefallen an einer Gegend ausdr\u00fccken. Gefielen ihm die Gem\u00e4lde konnte es sogar passieren, dass er sie auf all seinen Wegen mit sich f\u00fchrte und sie von K\u00fcnstlern mehrfach kopieren lie\u00df. Die K\u00fcnstler wiederum eiferten des Kaisers bevorzugtem Stil nach, wodurch sich viele Gem\u00e4lde weder in Stil noch Inhalt deutlich voneinander unterscheiden lassen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/travel.googlehupf.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/jadekraut_IMG_0496.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-large wp-image-1289\" src=\"http:\/\/travel.googlehupf.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/jadekraut_IMG_0496-1024x768.jpg\" alt=\"\" width=\"848\" height=\"636\" srcset=\"https:\/\/travel.googlehupf.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/jadekraut_IMG_0496-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/travel.googlehupf.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/jadekraut_IMG_0496-300x225.jpg 300w, https:\/\/travel.googlehupf.at\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/jadekraut_IMG_0496-768x576.jpg 768w\" sizes=\"(max-width: 848px) 100vw, 848px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Aus der Zeit der letzten kaiserlichen Dynastie gingen \u00e4u\u00dferst detaillierte Werke hervor, wie etwa der Jade Cabbage, der tats\u00e4chlich h\u00e4ufig dargestellt wurde und eine vielfache Bedeutung erhielt. So stand er f\u00fcr den Kaiser f\u00fcr die Erinnerung an das Grundbed\u00fcrfnis seines Volkes (Nahrung und Kleidung). Der Wissenschaftler strebte damit der Exzellenz entgegen und erinnert sich an die Verg\u00e4nglichkeit kurzfristiger Ber\u00fchmtheit. Die Braut erhielt damit ein Symbol ihrer Reinheit und den Wunsch nach viel gesundem Nachwuchs. Die Heuschrecken symbolisieren vor allem die Lebendigkeit des Lebensmittels.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Orte<\/strong>: Xinbeitou und Taipei National Palace Museum<\/p>\n<p><strong>Anreise nach Xinbeitou<\/strong>: MRT Red Line bis Beitou anschlie\u00dfend Umstieg in den Verbindungszug nach Xinbeitou<\/p>\n<p><strong>Anreise zum National Palace Museum<\/strong>: MRT Red Line nach Shilin in die Busse 255, 304, 18 oder 19 (bis zur Bushaltestelle unterhalb des National Palace Museums) oder die Linie xx (209?) direkt vor die T\u00fcr des Museums.<\/p>\n<p><strong>Kosten<\/strong>: 8 Euro (Eintritt ins Museum)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist an der Zeit den Blick ein wenig in die Vergangenheit Taiwans zu werfen. Zwar gibt es da noch bessere Orte als Xinbeitou und das National Palace Museum, beide behandeln jedoch zwei besondere Aspekte der taiwanesischen Geschichte: Die japanische Besatzung und die Kunstgeschichte. 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